Stellungnahme des Superintendenten Markus Risch zur ForuM-Studie

Die Ergebnisse der ForuM-Studie zum sexuellen Missbrauch innerhalb der evangelischen Kirche erschüttern. Wir müssen uns in unserer Kirche dringend mit unserem Umgang mit Schuld, mit unseren Machtstrukturen und auch mit unserem Selbstbewusstsein beschäftigen. „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge“, sagt Jesus. (Matthäus 7,3)

Wir müssen akzeptieren, dass auch wir an den Schwächsten schuldig geworden sind. Deshalb gilt es, an erster Stelle auf die Betroffenen genau zu hören und ihnen zur Seite zu stehen. Trotz allen berechtigten Anfragen ist deshalb die ForuM-Studie ein hilfreiches Instrument, dass wir hier besser werden können.

Seit 2018 ist unser Kirchenkreis wichtige Schritte in der Prävention gegangen: Wir haben ein Schutzkonzept und leben es durch Schulungen unserer Mitarbeitenden und weitergehende Sensibilisierung in den Gemeinden und Einrichtungen. Besonders wichtig ist mir, dass wir mit der Kinderberatungsstelle des Frauennotrufs hier auch mit externen Expertinnen zusammenarbeiten, die uns nicht nur beraten, sondern seit vergangenem Jahr auch die Rolle als Vertrauensperson für Betroffene und Verdachtsfälle einnimmt.

Insgesamt aber ist noch mehr zu tun: Deshalb bin ich froh, dass unsere Landeskirche mit uns gemeinsam an den Ergebnissen der ForuM-Studie weiterarbeiten möchte. So werden in den kommenden Monaten weitere Schritte gegangen werden, wie wir auch auf regionaler und gemeindlicher Ebene weiter mögliche Verdachtsfälle der Vergangenheit herausfinden und aufarbeiten können.

Die Ergebnisse der ForuM-Studie finden Sie unter www.forum-studie.de.

Unser Schutzkonzept sowie die Adresse der Vertrauensperson sind auf unserer Homepage einsehbar.

Markus Risch, Superintendent