Ich erinnere mich an ein Tafelbild im Kindergottesdienst mit Kreisen und Pfeilen. Die Mitarbeiterin zeichnete mit Kreide auf, dass Segen von Gott durch einen Menschen hindurch bei den Gesegneten ankommt. Als Kind hat mich der Gedanke fasziniert: Wer segnet, gibt den Segen nicht nur weiter, sondern ist selbst mittendrin. Heute freut es mich sehr, dass ich als Pfarrerin viele Gelegenheiten zum Segnen habe. In jedem Gottesdienst, ganz persönlich bei der Taufe, wenn wir Einschulung oder den Abschluss der Grundschulzeit feiern, bei der Konfirmation, bei Trauungen, Jubiläen, Besuchen, beim Hausabendmahl und bei Aussegnungen. Wenn es mal nicht so viel zum Freuen gibt, hilft es mir, an meine Segensmomente zu denken.
Als ich konfirmiert wurde, bei meiner Hochzeit, bei der Ordination als Pfarrerin, bei der Taufe meiner Kinder und bei der Einführung in meine Pfarrstelle wurde mir Gottes Segen zugesprochen. Und ganz persönlich werden wir als Familie Anfang Januar gesegnet: am letzten Tag der Familienfreizeit, an der wir seit vielen Jahren teilnehmen. Vorher sprechen wir darüber, wofür wir uns im neuen Jahr Kraft und Beistand von Gott wünschen. Für den Umzug, den Schulwechsel, einen Konflikt oder die bevorstehende OP. Die Kinder wollen nicht immer dabei sein. Ich glaube, dass Gottes Segen trotzdem bei ihnen ankommt. Wofür wünschen Sie sich Segen? Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie Begleitung oder einen Segenszuspruch wünschen. Segnen dürfen aber nicht nur Pfarrerinnen. Trauen Sie sich doch auch, Menschen zu segnen! Übrigens erinnere ich mich an die Zeichnung, aber nicht mehr an die biblische Geschichte damals – vielleicht war es Gottes Zusage an Abraham in 1. Mose 12,2: „Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“
Jessica Brückner